Plattfuß (Knick-, Senk-, Spreizfuß)

A1: Plattfuss, Röntgenbild seitlich vor OP

A1: Plattfuß, Röntgenbild seitlich vor OP

Beim Plattfuß (pes planus) liegt eine Absenkung des Fußgewölbes vor. Häufig kippt die Ferse und auch der Vorfuß nach innen. In Kindesalter ist diese Fußform in der Entwicklungsphase des Fußes meist physiologisch.

Im Erwachsenenalter haben viele Menschen einen schmerzfreien leichten Plattfuß. In diesen Fällen ist keine Therapie erforderlich. Beschwerden treten beim Plattfuß häufig bei Entzündungen der das Längsgewölbe stabilisierenden tibialis posterior Sehne auf. Diese kann im weiteren Verlauf stark geschwächt sein, so dass die Deformität und die Beschwerden zunehmen. Die Verkippung der Ferse führt zu Beschwerden am Rückfuß. Im späteren Verlauf entsteht aus einer anfänglich flexiblen Fehlstellung eine rigide Fehlstellung mit Knorpelabnützung der einzelnen Gelenke am Rückfuß. Viele Patienten haben zudem einen begleitenden schmerzhaften Hallux valgus.

A2: Plattfusskorrektur mit Gelenkerhalt, Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

A2: Plattfußkorrektur mit Gelenkerhalt, Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

Im Kindesalter ist eine Therapie des Plattfußes nur bei ausgeprägten Fehlstellungen und angeborenen knöchernen oder bindegewebigen Verbindungen einzelner Knochen des Rückfußes (Koalitio) erforderlich, die das natürliche Aufrichten des Fußes im Wachstumsverlauf verhindern.

Im Jugend und Erwachsenenalter kann ein symptomatischer Plattfuß durch Einlagen und krankengymnastische Therapie (z.B. Spiraltherapie) behandelt werden. Liegt im Wachstumsalter ein ausgeprägter flexibler Plattfuß vor, kann der Fuß durch einen Spacer zwischen dem Sprungbein und Fersenbein aufgerichtet werden. Hierfür ist eine kleine ambulante Operation zur Einbringung des Implantats notwendig. Die Entfernung erfolgt nach ca. 2 Jahren.

Liegt ein rigider Plattfuß durch eine knöcherne Verbindung zwischen den Rückfußknochen vor, so ist die Fehlstellung nur durch eine operative Entfernung der Verknöcherung möglich.

Wenn im Erwachsenenalter eine konservative Therapie des Plattfußes nicht zur Beschwerdefreiheit führt, ist eine genaue Analyse der Fehlstellung erforderlich, um die richtigen operativen Schritte einzuleiten. Häufig ist eine Kombination von Weichteileingriffen und knöchernen Korrekturen erforderlich.

B1: Plattfuss, Röntgenbild stehend vor OP mit Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

B1: Plattfuß, Röntgenbild stehend vor OP mit Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

B2: Plattfusskorrektur mit Gelenkerhalt, Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

B2: Plattfußkorrektur mit Gelenkerhalt, Cotton-Osteotomie und Calcaneus-Doppelosteotomie

Die geschwächte Tibialis posterior Sehne wird durch eine Zehenbeugersehne ersetzt, damit der Patient das Fußlängsgewölbe wieder aktiv stabilisieren kann. Die Fersenfehlstellung wird durch eine knöcherne Korrektur behoben. Diese gelenkerhaltenen Eingriffe führen zur Aufrichtung des Längsgewölbes und Aufrichtung sowie Stabilisierung des Rückfußes.

Wenn diese gelenkerhaltenden, korrigierenden operativen Maßnahmen nicht frühzeitig erfolgen, endet die Plattfußfehlstellung in einer schmerzhaften, rigiden Fehlstellung mit Arthrose des unteren Sprunggelenkes. Dann ist eine sog. Korrekturarthrodese (-versteifung) des unteren Sprunggelenks erforderlich, damit eine schmerzarme Belastung des Fußes möglich ist.

Die Nachbehandlung richtet sich nach der durchgeführten operativen Therapie. In der Regel ist eine Teilbelastung des Fußes für 6-10 Wochen notwendig, damit die knöcherne Korrektur ausheilen kann. In dieser Phase ist der Patient mit einem sog. Walker mobilisiert. Anschließend darf der Patient den Fuß in normalem Schuhwerk wieder voll belasten.

 
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